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Bozena

Operette in 3 Akten (vier Bildern)


Musik von Oscar Straus
Text von Julius Brammer und Alfred Grünwald

 

 

Inszenierung


Österreichische Erstaufführung: 25. Oktober 1952
Landestheater, Salzburg, Österreich

  • Musikalische Leitung: Alexander Kolo 
  • Regie: Eduard Rogati
  • Chöre: Robert Kuppelwieser
  • Tänze: Hanna Kammer
  • Bühnenbild: Günther Schneider-Siemßen

 

Besetzung:  

  • Bozena: Nora Jungwirt
  • Karel: Erich Kuchar
  • Koudjela, ein reicher Bauer: Georg Monthy
  • Nepomuk, einer seiner Söhne: Karl Wechselberger
  • Svatopluk, sein zweiter Sohn: Joschy Eberle
  • Der Fremde: Curt A. Tichy
  • Klopatka, der Wirt: Heinz Rohn
  • Cilka, seine Tochter: Elfriede Podhajecki
  • Jan Burian, gräflicher Forstbeamter: Beppo Louca
  • Hladyk, Bürgermeister: Franz Ringler
  • Dobromila, seine Frau: Gerda Fried
  • Liduschka, Magd bei Bozena: Maria Kacer
  • Vaclav Plewny, Heiratsvermittler: August Herbst
  • Pavel Kralik, Dorfpolizist: Richard Itzinger
  • Der Hochzeitslader: Willi Walter
  • Ein Ausrufer: Gerhard Hofer
  • Bauern / Bauernburschen / Dorfmädels / Mägde / Knechte / Budenbesitzer / Musikanten / Tänzerinnen und Tänzer
  • Ballett des Landestheaters
  • Tanz-Solisten: Sylvia Wenschau / Helmuth Ahlmeyer / Trude Sippl

 

 

 

Premierenchronik

D UA 16. Mai 1952 Gärtnerplatztheater, München
A EA 25. Oktober 1952  Landestheater, Salzburg

 

 

 

Inhaltsangabe


"Erster Akt. - Das Werk spielt in den achtziger Jahren in einem slowakischen Dorf. Cilka, die temperamentvolle Wirtstochter, kokettiert mit allen heiratsfähigen Mannsbildern zum Leidwesen ihres besonderen Verehrers, des jungen Försters Jan Burian. Auch Nepomuk und Svatopluk, die beiden tölpelhaften Sprößlinge des reichen Brauereibesitzers Koudjela, versuchen , mit Cilka anzubandeln, nachdem sie sich kurz zuvor bei Bozena, der schönen Hofbesitzerin, einen Korb geholt haben. Der in seinem Vaterstolz gekränkte Koudjela will der stolzen Bozena dafür einen Denkzettel geben.

Eben ist Karel Foltyn, bisher ein fescher Dragonerkorporal, nach Beendigung seiner Militärzeit in sein Heimatdorf zurückgekehrt. Vor Jahren hat er sich mit Cilka versprochen. Koudjela weiß ihn zu überreden, Bozena zum Schein den Hof zu machen, um sie dann sitzen zu lassen und vor den Dorfbewohnern bloßzustellen. Als Bozena in Begleitung ihrer Magd Liduschka auf den Festplatz erscheint, fühlt sie instinktiv, daß etwas gegen sie im Spiel ist. Sie läßt sich jedoch nichts anmerken und weiß geschickt Karels Eifersucht in Bezug auf Cilka durch eine Anspielung auf den Förster Burian anzufachen. Karel hat bald sein Spiel vergessen; er wird mehr und mehr von Bozena fasziniert. Aber auch ihr Stolz schmilzt an der Seite des kraftvollen Burschen. Während Bozena in der Kirche ihr Herz befragt, reut Karel sein frivoles Doppelspiel. Die Dorfgemeinschaft bestimmt ihn aber, das Spiel zu Ende zu führen. Bozena wird Zeugin des Komplotts. Zornerfüllt wendet sie sich brüsk von Karel ab.

Zweiter Akt. - Bozenas einziger Bruder Stojan, enterbt und als vermeintlicher Deserteur verschollen, kehrt nach fünfzehnjähriger Abwesenheit in dieser Nacht heimlich heim. Bozena will ihn verbergen. Die übermütige Kirchweihgesellschaft bringt ihr zu späten Stunde ein Ständchen. Karel ist auch darunter; er bittet sie wegen seines Doppelspiels um Verzeihung. Ihr unruhiges Gebaren steigert seine Leidenschaft und er dringt durchs Fenster in ihre Stube ein. Er gewahrt dort Stojan und glaubt einen heimlichen Liebhaber Bozenas vor sich zu haben. Stojan bleibt aber vor den Dorfbewohnern unerkannt. Bozena will natürlich die Identität ihres von der Obrigkeit verfolgten Bruders nicht preisgeben, sie verweigert jedes Wort der Rechtfertigung gegenüber Karel und der Menge, von der sie mit Spott überhäuft wird.

Am anderen Morgen kommt die aufgeregte Menge - das Dorfgericht - und will Bozena das Hausdach abdecken, damit die Eltern im Himmel die Schande ihrer Tochter sehen können. Karel verhindert dies; Bozena dankt ihm, doch das erlösende Wort kommt nicht über ihre Lippen. Cilka triumphiert, denn nun wendet sich Karel endgültig von Bozena ab.

Dritter Akt. - Einige Wochen später rüstet man zur Hochzeit Cilkas mit Karel. Auch Bozena erscheint unter den Festgästen, die eine feindselige Haltung gegen sie einnehmen. Als die Situation für Bozena immer bedrohlicher wird, eilt Stojan herbei und bekennt sich als Bruder Bozenas. Bozena ist entsetzt, aber Stojan kann sie beruhigen; er wurde - wie ihm der Pfarrer soeben mitgeteilt hat - schon vor langer Zeit begnadigt. Jetzt schlagen Bozena alle Herzen zu und Karel bittet sie um Verzeihung. Cilka gibt Karel frei und nimmt ihren überglücklichen Förster bei der Hand, um mit ihm zum Traualtar zu schreiten, wie nun auch für Bozena und Karel das Tor zu einer glücklichen Zukunft weit geöffnet ist. Die Festfreude steigert sich, als auch Gänseliesel Liduschka und Nepomuk als drittes Brautpaar sich den Hochzeitern anschließen."

(aus dem Programmheft der Österreichischen Erstaufführung, 1952)

 

 

 

Medien / Publikationen


Audio-Aufnahmen

  • "Ein Walzertraum / Bozena". Gesamtaufnahme [Ein Walzertraum] und Querschnitt [Bozena]. Hamburger Archiv für Gesangskunst, 32027. (1xCD).

 

 

 

Kommentar

 
Regisseur und Hauptdarstellerin der Österreichischen Erstaufführung waren Gäste der Münchner Uraufführung-Inszenierung.

 

 

Empfohlene Zitierweise

 
"Bozena". In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. www.musicallexikon.eu

Letzte inhaltliche Änderung: 2. April 2025.